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Permakultur Atlas
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Der Permakultur-Designprozess (OBREDIM)

Vom leeren Grundstück zum fertigen Plan: Der OBREDIM-Prozess führt in sieben Schritten durch jede Permakultur-Planung – von der Beobachtung bis zur Pflege.

Die sieben OBREDIM-Schritte als Blätterspirale: Beobachten, Grenzen, Ressourcen, Analyse, Entwurf, Umsetzung, Pflege

Permakultur-Design ist kein Zufall, sondern ein Handwerk mit Methode. Ein bewährtes Gerüst, das durch jede Planung führt – egal ob Balkon oder Bauernhof – ist OBREDIM. Das Akronym steht für sieben aufeinander aufbauende Schritte. Sie verlaufen nicht streng linear, sondern als Kreislauf: Am Ende steht wieder die Beobachtung.

Die sieben Schritte

O – Observation (Beobachtung)

Der wichtigste und meistübersprungene Schritt. Beobachte deinen Raum über möglichst lange Zeit – idealerweise einen Jahreslauf: Sonnenstand, Wasserflüsse, Wind, Frostlöcher, vorhandene Pflanzen und Tiere. Notiere, fotografiere, skizziere. „Ein Jahr beobachten spart drei Jahre Korrektur.”

B – Borders / Boundaries (Grenzen)

Erfasse die Rahmenbedingungen: rechtliche Grenzen, dein Budget, deine verfügbare Zeit und Kraft, dein Wissen, aber auch physische Grenzen wie Hangkanten oder Nachbargebäude. Realistische Grenzen schützen vor Überforderung.

R – Resources (Ressourcen)

Inventarisiere, was schon da ist: Wasser, vorhandene Pflanzen und Bäume, Boden, Materialien, Werkzeuge, Wissen, helfende Hände, Geld. Permakultur baut auf vorhandenen Ressourcen auf, statt alles neu zu kaufen.

E – Evaluation (Bewertung / Analyse)

Werte Beobachtungen und Ressourcen aus. Hier kommen die Analysewerkzeuge zum Einsatz: Zonen- und Sektorenanalyse, Höhenlinien, Bodenproben. Welche Bereiche eignen sich wofür? Wo sind Probleme, wo Chancen?

D – Design (Entwurf)

Jetzt erst wird gestaltet. Auf Basis der Analyse platzierst du die Elemente nach den 12 Prinzipien: Muster vor Details, Integration statt Trennung, mehrfache Funktionen. Es entstehen ein oder mehrere Planvarianten – am besten erst auf Papier.

I – Implementation (Umsetzung)

Die Verwirklichung – nach Prinzip „kleine, langsame Lösungen” schrittweise und von der Haustür (Zone 1) nach außen. Beginne mit den Strukturen, die am längsten zum Etablieren brauchen (Bäume, Wasser) und am wenigsten reversibel sind.

M – Maintenance (Pflege & Anpassung)

Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Wirklichkeit unverändert. Beobachte den wachsenden Garten, nimm Rückmeldung an und passe an. Damit beginnt der Kreislauf von vorn – OBREDIM ist eine Spirale, kein gerader Weg.

Warum sich die Mühe lohnt

Der häufigste Fehler von Einsteigern ist, sofort mit dem D (Design) oder gar I (Umsetzung) zu beginnen – Bäume zu pflanzen, bevor man weiß, wohin im Winter der Schatten fällt oder wo das Wasser steht. Die ersten vier Schritte (O-B-R-E) kosten kaum Geld, sparen aber Jahre an Fehlern. Gutes Design ist zu 80 % Beobachtung und Analyse – und nur zu 20 % Zeichnen.

Quellen und Hinweise

  • Bill Mollison – Permaculture: A Designers' Manual (1988)

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