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Permakultur Atlas
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Glossar

Die zentralen Fachbegriffe der Permakultur – kurz erklärt, mit Verweis auf die Vertiefung.

Allelopathie

Erklärt manche „schlechten Nachbarn” in der Mischkultur. Solche Pflanzen brauchen Abstand zu empfindlichen Kulturen. → Walnuss

Ammenpflanze

auch: Pionierpflanze, Nurse Plant

Im jungen Waldgarten übernehmen Stickstoffsammler wie Lupine oder Erbsenstrauch diese Rolle. → Waldgarten anlegen

Bokashi

auch: Fermentkompost

Das fermentierte Material wird nach 2–3 Wochen in den Boden eingegraben und schnell zu Humus. Auch gekochte Reste sind möglich. → Kompost, Mulch & Gründüngung

Chop & Drop

auch: Schneiden und Liegenlassen, Flächenmulchen

So bleibt der Nährstoff im Kreislauf, ohne Material zu transportieren. Klassisch mit Beinwell, Klee oder Ammenpflanzen im Waldgarten praktiziert. → Kompost, Mulch & Gründüngung

Drei Ethiken

auch: Erdfürsorge, Menschenfürsorge, Faires Teilen

Jede Gestaltungsentscheidung lässt sich an diesen drei Grundsätzen prüfen. → Ethik & die 12 Prinzipien

Drei Schwestern

auch: Three Sisters, Milpa

Ein Musterbeispiel für „Integriere, statt zu trennen” – jede Pflanze erfüllt mehrere Funktionen. → Mischkultur

Edaphon

auch: Bodenleben, Bodenbiozönose

Der Begriff (geprägt von Raoul Francé) fasst alle Bodenlebewesen zusammen, die organisches Material zersetzen, Humus bilden und Nährstoffe für Pflanzen verfügbar machen. Ein gesundes Edaphon ist das Fundament fruchtbaren Bodens. → Lebendiger Boden & das Edaphon

Fruchtfolge

auch: Rotation, Crop Rotation

Üblich ist die Abfolge Starkzehrer → Mittelzehrer → Schwachzehrer → Gründüngung. Pflanzen derselben Familie kehren erst nach 3–4 Jahren zurück. → Fruchtfolge & Beetplanung

Gilde

auch: Pflanzengilde, Guild

In einer Gilde übernehmen die Pflanzen Aufgaben wie Stickstoffsammeln, Mulchliefern, Nützlinge anlocken oder Schädlinge abwehren – so entsteht ein kleiner Verbund, der sich gegenseitig stützt. → Der Waldgarten & seine sieben Schichten

Gründüngung

auch: Zwischenfrucht, Bodendecker-Saat

Leguminosen sammeln dabei Stickstoff, andere lockern den Boden oder unterdrücken Nematoden. Klassiker: Phacelia, Klee, Lupine, Senf. → Kompost, Mulch & Gründüngung

Hochbeet

auch: Raised Bed

Im Prinzip eine eingefasste Hügelkultur: grob (Holz) nach unten, fein (Pflanzerde) nach oben. → Das Hochbeet bauen, befüllen, bepflanzen

Hügelkultur

auch: Hügelbeet

Vom Permakultur-Pionier Sepp Holzer geprägt. Das verrottende Holz im Inneren wirkt wie ein Schwamm und Dünger zugleich. → Hügelbeet & Hochbeet

Humus

Humusaufbau ist zugleich Wassermanagement und Klimaschutz: Jedes Prozent mehr Humus speichert pro Hektar rund 400.000 Liter Wasser. → Lebendiger Boden & das Edaphon

Keyline-Design

auch: Schlüssellinie

Von P. A. Yeomans entwickelt. Verteilt Wasser gleichmäßig über die Fläche und baut so großflächig Boden auf. → Wassermanagement

Leguminose (Stickstoffsammler)

auch: Hülsenfrüchtler, Knöllchenbakterien

Nach der Ernte die Wurzeln im Boden lassen – der gebundene Stickstoff bleibt erhalten. Gehölze wie Erle und Sanddorn leisten Ähnliches. → Mischkultur

Mischkultur

auch: Companion Planting, gute Nachbarschaft

Gegenteil der Monokultur. Gute Partner verwirren Schädlinge, locken Nützlinge an und nutzen Nährstoffe und Wurzelraum optimal. → Mischkultur

Mulch / Mulchen

auch: Bodenbedeckung

Mulch ahmt die Streuschicht des Waldes nach. Grundregel der Permakultur: nackten Boden immer bedecken. → Kompost, Mulch & Gründüngung

Mykorrhiza

auch: Wurzelpilz-Symbiose, Wood Wide Web

Über 90 % der Landpflanzen leben mit Mykorrhiza-Pilzen. Deren Hyphen vergrößern die Wurzeloberfläche enorm. Jedes Umgraben zerreißt dieses Netz – ein Hauptgrund für nicht-wendende Bodenbearbeitung. → Lebendiger Boden & das Edaphon

Nützlinge

auch: Gegenspieler, Beneficials

Statt Schädlinge zu bekämpfen, fördert die Permakultur ihre natürlichen Gegenspieler durch Vielfalt, Blühstreifen, Totholz und Wasser. → Schädlinge natürlich regulieren

OBREDIM

auch: Designprozess

Deutsch: Beobachten, Grenzen, Ressourcen, Analyse, Entwurf, Umsetzung, Pflege. Die ersten Schritte kosten kaum Geld, sparen aber Jahre an Fehlern. → Der Designprozess

Permakultur

auch: Permaculture

Der Begriff (von permanent agriculture/culture) wurde Ende der 1970er von Bill Mollison und David Holmgren geprägt. Permakultur ruht auf drei Ethiken (Erde pflegen, Menschen versorgen, fair teilen) und zwölf Gestaltungsprinzipien. → Was ist Permakultur?

Pflanzenkohle (Terra Preta)

auch: Biochar

Vorbild ist die jahrtausendealte, fruchtbare „schwarze Erde” des Amazonas. Nie pur ausbringen, sondern erst über Kompost aufladen. → Terra Preta & Pflanzenkohle

Phänologie

auch: phänologische Jahreszeiten

Beispiel: Forsythienblüte = Erstfrühling (erste Aussaaten), Apfelblüte = Vollfrühling. Verlässlicher als feste Kalenderdaten. → Jahreskreis in Deutschland

Polykultur / Monokultur

auch: Vielfalt, Mischbestand

Permakultur setzt konsequent auf Polykultur – Vielfalt verteilt Risiko und schafft Stabilität. → Mischkultur

Randzone (Edge-Effekt)

auch: Saumzone, Grenzlinie

Gewellte Beetkanten, Teichufer und Waldränder maximieren diese produktive Randlänge. „Nutze Randzonen und schätze das Marginale.” → Die 12 Prinzipien

Sektoren / Sektorenanalyse

Während Zonen die eigene Arbeitsenergie ordnen, erfassen Sektoren die Naturkräfte von außen. → Zonen & Sektoren

Sukzession

auch: natürliche Abfolge

Permakultur nutzt und beschleunigt die Sukzession gezielt: Pionierpflanzen bauen Boden auf und schützen junge Gehölze, bis das System reift. → Der Waldgarten & seine sieben Schichten

Swale

auch: Sickergraben, Versickerungsgraben

Swales halten Wasser in der Landschaft, statt es abzuleiten. Der talseitige Wall wird mit Gehölzen bepflanzt, die vom gespeicherten Wasser zehren. → Wassermanagement

Waldgarten

auch: Food Forest, essbarer Wald

Die eine anspruchsvolle Form der Permakultur: selbstdüngend, wasserhaltend, artenreich und über Jahrzehnte erntereif. → Der Waldgarten & seine sieben Schichten

Wurmkompost

auch: Vermikompost, Wurmkiste

Die Kompostwürmer (Eisenia fetida) verwandeln Reste das ganze Jahr in Dünger – auch in der Wohnung. → Permakultur auf dem Balkon

Zehrer (Stark-, Mittel-, Schwachzehrer)

auch: Nährstoffbedarf

Grundlage der Fruchtfolge: Der Kompost kommt zu den Starkzehrern, danach folgen Mittel- und Schwachzehrer, die von den Resten leben. → Fruchtfolge

Zeigerpflanze

auch: Indikatorpflanze

Zeigerpflanzen ersetzen oft eine Bodenanalyse und helfen, den Standort zu „lesen”. → Lebendiger Boden & das Edaphon

Zonen (0–5)

auch: Zonierung

Die Zonen minimieren Wege und Arbeitsaufwand und verformen sich entlang von Wegen und Tagesabläufen. → Zonen & Sektoren