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Permakultur Atlas
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Wildhecke, Benjeshecke & Windschutz

Eine Hecke ist nie nur Grenze: Windschutz, Bienenweide, Vogelparadies, Brennholz und Ernte zugleich. Plus die Totholzhecke, die sich selbst begrünt.

Artenreiche Wildhecke mit nistenden Vögeln und Bienen, daneben eine Benjeshecke aus Totholz, die neu austreibt

Kaum ein Element erfüllt so viele Funktionen wie eine Hecke – das Permakultur-Prinzip „jedes Element erfüllt mehrere Funktionen” wird hier geradezu vorbildhaft umgesetzt. Eine durchdachte Hecke ist zugleich Windschutz, Sichtschutz, Lärmschutz, Bienenweide, Vogelnistplatz, Nützlingsrefugium, Brennholz- und Ernte-Lieferant.

Die Wildhecke: Vielfalt als Prinzip

Eine artenreiche Wildhecke aus heimischen Sträuchern ist ein Biodiversitäts-Kraftwerk. Im Gegensatz zur monotonen Thuja-Wand lebt sie das ganze Jahr:

  • Frühblüher (Kornelkirsche, Schlehe, Weide) liefern den ersten Pollen.
  • Sommerblüher (Holunder, Weißdorn, Liguster) nähren Bienen und Falter.
  • Beerensträucher (Aronia, Felsenbirne, Berberitze, Hasel) bringen Ernte für Mensch und Vogel.
  • Dornige Arten (Schlehe, Berberitze, Wildrose) bieten sicheren Nistschutz.

Bewährte Arten findest du in der Pflanzendatenbank – viele Strauchschicht-Pflanzen des Waldgartens eignen sich auch für die Hecke.

Windschutz richtig planen

Ein verbreiteter Irrtum: Eine dichte, undurchlässige Wand bietet schlechteren Windschutz als eine halbdurchlässige Hecke. An einer dichten Mauer entstehen dahinter Verwirbelungen; eine durchlässige Hecke (ca. 50 % Durchlässigkeit) bremst den Wind sanft und schützt eine Fläche bis zum 10- bis 15-fachen ihrer Höhe im Windschatten.

Platziere Windschutz nach der Sektorenanalyse in den Sektor, aus dem die kalten, austrocknenden Hauptwinde kommen (in Deutschland meist West/Nordwest und Ost).

Die Benjeshecke (Totholzhecke)

Eine besonders permakulturelle Idee von Hermann Benjes: Statt Schnittgut zu entsorgen, schichtet man Äste und Zweige locker zwischen eine Doppelreihe von Pfählen zu einer Totholzhecke.

Was dann passiert, ist die Magie der Sukzession: Vögel sitzen auf der Struktur, scheiden Samen aus, der Wind trägt weitere ein – und die tote Hecke begrünt sich nach und nach von selbst mit Wildsträuchern. Vorteile:

  • kostenlos aus eigenem Schnittgut,
  • sofort Lebensraum für Igel, Insekten und Vögel,
  • „Produziere keinen Abfall” in Reinform – Schnittgut wird Struktur.

Die Totholzfüllung verrottet langsam, baut Humus auf und ist durchgehend Nützlingsquartier.

Pflege

Wildhecken brauchen wenig: alle paar Jahre abschnittsweise „auf den Stock setzen” (bodennah zurückschneiden) hält sie jung und dicht – aber nie alles auf einmal und nur außerhalb der Vogelbrutzeit (gesetzlich: Schnitt von Hecken nur 1. Oktober bis 28. Februar erlaubt). So bleibt die Hecke dauerhaft Lebensraum und Schutz.

Quellen und Hinweise

  • Hermann Benjes – Die Vernetzung von Lebensräumen mit Totholz

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