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Permakultur Atlas
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Die Geschichte der Permakultur

Von Mollison und Holmgren in Tasmanien über Sepp Holzers Bergbauernhof bis zur weltweiten Bewegung – wie die Permakultur entstand und wer sie prägte.

Zeitleiste als wachsende Ranke mit Meilensteinen: Tasmanien 1978, Krameterhof, weltweite Bewegung

Permakultur ist jung – kaum ein halbes Jahrhundert alt – und doch wurzelt sie in uraltem Wissen indigener und bäuerlicher Kulturen, die seit Jahrtausenden in Kreisläufen wirtschaften. Die moderne Permakultur fasste dieses Wissen in einen lehr- und planbaren Entwurfsansatz.

Die Begründer: Mollison & Holmgren

In den 1970er-Jahren beobachteten der australische Wissenschaftler Bill Mollison und sein Student David Holmgren an der Universität von Tasmanien, wie zerstörerisch die industrielle Landwirtschaft mit Boden, Wasser und Vielfalt umging. Sie suchten nach einem Gegenentwurf – nach Systemen, die so stabil und produktiv sind wie ein natürlicher Wald.

1978 veröffentlichten sie ihr Konzept im Buch „Permaculture One” und prägten damit den Begriff. Mollison wurde zum unermüdlichen Lehrer und gründete das Permaculture Institute, das den noch heute existierenden 72-Stunden-Designkurs (PDC) etablierte. 1981 erhielt er den Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award). Holmgren systematisierte das Gedankengebäude später in seinen 12 Gestaltungsprinzipien (2002).

Der deutschsprachige Pionier: Sepp Holzer

Während Mollison und Holmgren die Theorie formten, lebte der Tiroler Bergbauer Sepp Holzer auf seinem Krameterhof in 1.100–1.500 m Höhe vor, was praktisch möglich ist: Auf einem steilen, rauen Alpenhang schuf er mit Terrassen, Hügelbeeten und über 70 Teichen ein üppiges Mosaik, in dem sogar Zitrusfrüchte und Kiwis gedeihen. Sein Ansatz – heute oft „Holzer-Permakultur” genannt – machte die Idee im deutschsprachigen Raum bekannt und zeigte, dass Permakultur auch unter härtesten Bedingungen funktioniert.

Robert Hart und der Waldgarten

Parallel entwickelte der Engländer Robert Hart in den 1960/70ern in Shropshire das Konzept des Waldgartens für gemäßigte Klimazonen – ein essbares Ökosystem in Schichten. Später systematisierten Martin Crawford, Dave Jacke und Eric Toensmeier dieses Wissen wissenschaftlich weiter.

Von der Nische zur weltweiten Bewegung

Heute gibt es Permakultur-Projekte auf allen Kontinenten – von Trockenland-Begrünung in Jordanien (Greening the Desert) über Stadtgärten bis zu landwirtschaftlichen Betrieben. Getragen wird sie von einem dichten Netz aus Vereinen, Designkursen, Höfen und Lerngärten. Im deutschsprachigen Raum bündeln u. a. die Permakultur-Akademie und nationale Permakultur-Verbände Ausbildung und Austausch.

Aus einer Reaktion auf die ökologische Krise ist so eine weltweite, praktische Bewegung geworden – getragen von der einfachen Überzeugung, dass wir gestalten können wie die Natur: vielfältig, standortgerecht und dauerhaft.

Quellen und Hinweise

  • Bill Mollison & David Holmgren – Permaculture One (1978)
  • Sepp Holzer – Der Agrar-Rebell / Permakultur

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