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Permakultur Atlas
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Vertikal gärtnern & Fassadengrün

Wo die Grundfläche fehlt, geht es nach oben: Rankhilfen, Pflanztaschen, Hängeampeln und grüne Fassaden vervielfachen die Anbaufläche in der Stadt.

Begrünte Hauswand und Balkon mit Rankgittern, hängenden Töpfen, Kletterpflanzen und Kräutertaschen

In der Stadt ist die Grundfläche knapp – aber die Vertikale ist fast unbegrenzt. Wände, Geländer, Zäune und Pergolen lassen sich in produktive Anbauflächen verwandeln. Vertikales Gärtnern überträgt das Schichtprinzip des Waldgartens auf den engsten Raum: Statt nebeneinander wächst alles übereinander.

Warum in die Höhe gehen?

  • Vervielfachte Fläche: Eine Wand von 2 × 3 m bietet 6 m² zusätzliche „Beetfläche”.
  • Mikroklima: Eine begrünte Südwand speichert Wärme und schützt wärmeliebende Kulturen.
  • Beschattung & Kühlung: Fassadengrün senkt die Aufheizung von Gebäuden und Balkonen im Sommer deutlich.
  • Sicht- & Windschutz: lebende Wände schirmen ab und schaffen Privatsphäre.
  • Lebensraum: Kletterpflanzen sind Nistplatz und Nahrung für Vögel und Insekten.

Methoden für die Vertikale

MethodeGeeignet für
Rankgitter & SpaliereBohnen, Gurken, Mini-Kiwi, Wein, Kürbis (gestützt), Tomaten
HängeampelnErdbeeren, Hängetomaten, Kräuter, Kapuzinerkresse
Pflanztaschen / WandtaschenSalate, Kräuter, Erdbeeren – flachwurzelnd
Paletten-VertikalbeetKräuter und Salate in der bepflanzten Zwischenräumen
Etagen-Töpfe / PflanztreppenKräutersammlungen, Naschobst im Kübel
Rankende FassadenpflanzenWein, Hopfen, Brombeere, Akebie, (Zier: Efeu, Wilder Wein)

Essbare Kletterpflanzen

Viele Nutzpflanzen klettern von Natur aus – ideal für die vertikale Stadt:

  • Stangenbohne & Feuerbohne – schnell, ertragreich, Stickstoffsammler, schöne Blüten.
  • Gurke – am Spalier gesünder (Blätter trocknen ab) und platzsparend.
  • Mini-Kiwi (Kiwibeere) & Wein – mehrjährig, für Pergola und Wand.
  • Hopfen, Brombeere, Akebie – mehrjährige, kräftige Fassadenbegrüner mit Ertrag.

Details zu diesen Arten findest du in der Pflanzendatenbank (Filter „Kletterpflanze”).

Worauf achten?

  • Statik & Befestigung: Begrünte Fassaden und gefüllte Wandbeete werden schwer und windanfällig – stabil und in die Bausubstanz fachgerecht verankern. Bei Mietwohnungen Erlaubnis einholen.
  • Bewässerung: Vertikale Pflanzungen trocknen schnell aus (oben schneller als unten). Größere Gefäße, Wasserspeicher oder Tröpfchenbewässerung helfen.
  • Substrat: leicht und strukturstabil (z. B. mit Kompost und etwas Pflanzenkohle), damit es nicht verdichtet.
  • Wurzelschutz an Wänden: echte Selbstklimmer (Efeu, Wilder Wein) nur an intaktem, geeignetem Mauerwerk; bei empfindlichen Fassaden mit Rankhilfen auf Abstand arbeiten.

Vertikales Gärtnern ist gelebte Permakultur: „Nutze Randzonen und schätze das Marginale” – die Übergänge und ungenutzten Flächen (Wände, Geländer) werden zu den produktivsten Zonen des Stadtgartens.

Quellen und Hinweise

  • Permakultur-Prinzip: Nutze Randzonen und schätze das Marginale

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